Das Activity Framework der Universität Graz dient dazu, die Erwartungen an wissenschaftliche Leistung zu definieren und die tatsächlichen Beiträge von Wissenschafter:innen sichtbarer zu machen.
Es schafft mehr Klarheit über wissenschaftliche Relevanz, bietet Orientierung und unterstützt die gezielte Nutzung der eigenen Arbeitszeit. Zudem bildet es eine Grundlage für die transparente Darstellung wissenschaftlicher Leistungen, wodurch deren Anerkennung innerhalb der Universität gestärkt wird.
Entstehung und Entwicklung
Das Activity Framework (AF) der Universität Graz entstand aus einem langjährigen, internen Entwicklungsprozess, der seit 2009 durch zahlreiche Diskussionen, Workshops und den Austausch mit internationalen Initiativen wie DORA, dem EU Competence Framework und insbesondere durch die CoARA-Commitments geprägt wurde. Ziel des AF ist es, wissenschaftliche Leistungen multiperspektivisch zu betrachten und qualitative Aspekte stärker in den Vordergrund zu rücken. Im Unterschied zu traditionellen, primär quantitativen Bewertungsansätzen bezieht das Framework beispielsweise auch Nachwuchsförderung, Wissenschaftskommunikation, Lehrtätigkeit und akademische Selbstverwaltung mit ein und sorgt so für mehr Sichtbarkeit und Anerkennung verschiedener Facetten wissenschaftlicher Arbeit.
Das AF ist kein Bewertungsinstrument und keine Zielvorgabe mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen, sondern ein informatives und begleitendes Tool. Es schafft eine neue Grundlage für die individuelle Planung und Entwicklung im Rahmen von Mitarbeiter:innengesprächen und richtet sich an alle Karrierestufen und Fakultäten. Strukturell besteht das AF aus Standard-Items, die für alle Wissenschaftsbereiche gelten und die im Activity Dashboard übersichtlich aus bestehenden Datenquellen dargestellt werden, sowie aus optionalen Items, die je nach Relevanz ausgewählt und individuell im Dialog behandelt werden können. Die Einführung erfolgt schrittweise, die Inhalte werden laufend überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Das Framework ist im **Entwicklungsplan der Universität Graz ** verankert und wird schon im Onboarding neuer Mitarbeitender transparent kommuniziert.
Mit dem Activity Framework vollzieht die Universität Graz einen Kulturwandel hin zu einer offenen, fairen und vielfältigen Anerkennung wissenschaftlicher Leistungen. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, persönliche Leistungen sichtbar zu machen, Orientierung für die Karriereplanung zu bieten und die Gesprächskultur sowie die Bewertung von Leistungen weiterzuentwickeln.
Struktur des Frameworks
Das aktuelle Activity Framework umfasst 8 Standard-Items und 21 optionale Items zur Beschreibung und Anerkennung wissenschaftlicher Leistung.
Die 8 Standard-Items beschreiben die grundlegenden Anforderungen an das wissenschaftliche Personal im Allgemeinen und sind für alle Fakultäten und Wissenschaftszweige als uniweiter „Standard“ bzw. als Basis zu verstehen.
Die 21 optionalen Items sind darüber hinaus relevante Leistungselemente, die in machen Wissenschaftszweigen mehr Relevanz haben oder für bestimmte Personen individuell besonders aussagekräftig sein können.
Jede Fakultät hat die Möglichkeit, das Framework ihren spezifischen Bedürfnissen anzupassen. So entsteht eine praxisnahe und relevante Anerkennungsstruktur für Wissenschaftler:innen.
Ein breites Verständnis wissenschaftlicher Leistung
Ein solches „Item“ ist, neben dem offensichtlichen notwendigen Thema „Publikationen“, beispielsweise „Science to Public“. Als Universität haben wir unter anderem den öffentlichen Auftrag, wissenschaftlichen Diskurs und wissenschaftliche Ergebnisse sichtbar und verfügbar zu machen. Dazu braucht es Veröffentlichungen, Vorträge, Kooperationen und ähnliche Instrumente. Das ist mit viel Arbeitszeit der Wissenschafter:innen verbunden. Diese Arbeit und die damit verbundenen Ergebnisse wollen wir wertschätzen.
Neben den Themen ‚Publikationen‘ und ‚Science to Public‘ sind noch weitere Aufgabenfelder einer modernen Universität wichtig.
Beispielsweise sind das:
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Die Führungsarbeit am Institut. Schließlich sind wir fast 5.000 Mitarbeiter:innen an der Universität in Graz.
Die Betreuungsarbeit in der Ausbildung: Lehre, Prüfungszeit, Betreuung von Abschlussarbeiten, …
Die Weiterentwicklung von didaktischen Konzepten
Vernetzung mit außeruniversitären Organisationen
Die Universität Graz hat mit dem Activity Framework (AF) ein modernes Instrument, das die wissenschaftliche Tätigkeit an der Uni Graz sichtbarer macht. Ziel des AF ist es, die Erwartungen an die Forschenden zu beschreiben und die tatsächliche Leistung besser darzustellen. Wissenschaftliche Arbeit umfasst nicht nur Publikationen, sondern auch viele andere Aspekte. Um dies in Zukunft klarer zu zeigen, wird das Activity Framework eingeführt. Es betrifft alle wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen, also Professor:innen, Assistent:innen und weitere Lehrende, sowie Prä- und PostDocs.
Ziele des Activity Frameworks: Als multiperspektivisches Tool verfolgt das AF mehrere Ziele, die zudem in der strategischen Planung der Universität Eingang finden.
Aus Gründen der Vollständigkeit, soll hier auch klargestellt werden, welche Faktoren NICHT Ziel der Uni Graz für das Activity Framework sind:
→ Es soll keinesfalls ein „noch mehr“ an Erwartungshaltung erzeugt werden, sondern die bereits erbrachten Leistungen sollen transparenter werden.
- Es geht nicht um Bestrafung oder persönlichen Konsequenzen. Das AF wird Arbeit transparenter machen und damit wird erbrachte Leistung sichtbar werden.
- Es geht dabei um Klarheit, Sichtbarkeit, Richtung und Orientierung.
- Es soll keine zusätzliche Administration geschaffen werden. Es werden fast ausschließlich bereits bestehende Abläufe und Daten genutzt. Der administrative Mehraufwand für Mitarbeiter:innen soll daher minimal bleiben. (Sollten jedoch bisher bereits geforderte Datenpflege des WUPs, wie beispielsweise Publikationen oder Projekte in Forschungsportal, schon jetzt nicht erfolgt sind, dann wird die Einführung des neuen Dashboards die fehlende Datenpflege wahrscheinlich noch sichtbarer machen.)
- Es sind keine persönlichen Konsequenzen für nicht-Mitwirkung an dem AF vorgesehen. Zur Klarheit soll jedoch erwähnt werden, dass sich das Rektorat dennoch erhofft bzw. erwartet, das AF als neue und zukünftige gemeinsame Basis der Darstellung von wissenschaftlicher Arbeit an der Uni Graz bald in allen wissenschaftlichen Bereichen zu nutzen. Die Darstellung der Leistungen im Dashboard wird ab Oktober für alle WUPs im neuen Konzept erfolgen.
- Wie bisher, sollen einige Themen jedoch konkret vertraglich vereinbart werden, wenn sie für den Aufgabenbereich besonders relevant sind. Das sind vor allem Dinge, die auch jetzt schon in QVs und EVs festgelegt werden.
- Das Activity Dashboard hat das Ziel eine persönliche Leistungsdarstellung in einem möglichst „standardisiertem Format“ bereitzustellen. (Also, eine „Übersicht“.). Damit wird die Lesebarkeit stark vereinfacht. Es ist derzeit nicht vorgesehen, im Activity Dashboard individuelle Datenaufbereitung anzubieten. Nachdem es ein persönliches Profil ist, gibt es aber selbstverständlich die Möglichkeit für individuelle Inhalte.
- Es ist derzeit nicht vorgesehen das Forschungsportal zu ersetzen. Das bestehende Profil im Forschungsportal wird daher bis auf weiteres sichtbar sein, auch wenn das neue Activity Dashboard in der AF-Struktur bereits verfügbar ist.
- Die Umsetzung erfolgt in Schritten – auch über das Jahr 2025 hinaus. Es wird also nicht alles per Ende 2025 abgeschlossen bzw. verfügbar sein.
- Die Items des AF und das Activity Dashboard sind für WUPs gestaltet. Es ist derzeit nicht vorgesehen dieses Framework auch für AUPs zu nutzen. Es wird daher auch kein spezielles Dashboard für AUPs gehen. _
Das AF ist ein transparentes Tool, das aus einem langjährigen, hausinternen Prozess entstanden ist und seit der Unterzeichnung der CoARA-Mitgliedschaft 2022 an Bedeutung gewonnen hat. Es erweitert die Leistungsdarstellung von Wissenschaftler:innen (WUP) um die vielfach „unsichtbaren“ Leistungen und Belastungen im wissenschaftlichen Alltag. Diese zusätzlichen Leistungen sind maßgebliche Bestandteile zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Fachbereichs, des Wissenschaftszweigs und des Instituts.
Integration in Mitarbeiter:innengespräche
Die erfassten Items werden auch als Grundlage für interne Gespräche genutzt. Besonders für junge Wissenschaftler:innen bietet das Framework klare Orientierung und ermöglicht die Definition individueller Ziele. Führungskräfte erhalten dadurch ein strukturiertes Instrument, um Mitarbeitende gezielt zu fördern und wissenschaftliche Leistungen fair anzuerkennen.
Ziele des Activity Frameworks.
| Orientierungsrahmen für das wissenschaftliche Personal |
| Anerkennung der Leistungen und Belastungen der Wissenschafter:innen und Forscher:innen |
| strukturiertes Self-Assessment im Rahmen des Mitarbeiter:innengesprächs |
| Erhöhung der Sichtbarkeit national aber auch international |
| faire Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs |
| Basis um wissenschaftliche Leistungen fair anzuerkennen |
Das Activity Framework besteht aus zwei Hauptkomponenten:
Items-Katalog: Dazu gibt es eine Auflistung und fachspezifische Definition der Indikatoren, die je nach Fakultät und Wissenschaftszweig sowie Karrierestufe erarbeitet werden. Diese dienen der Transparenz und Orientierung, sowie auch als Basis für die grafische Darstellung im Dashboard.
Dashboard: technische Umsetzung und grafisch ansprechende, transparente Darstellung der Leistungen, welche aus bestehenden Datenbanken befüllt werden und um qualitative-narrative Aspekte ergänzt werden
Hierbei werden 8 Standardindikatoren - “Items” betrachtet. Zusätzlich gibt es noch 21 optionale Items, die zur Abrundung der Leistungen verwendet werden.